Once Upon A Time nennt sich das Dortmunder Festival der Jahrmarktkultur und Strassenkunst auf Zeche Zollern. Es verbirg sich noch ein besonders spannendes Meet Up dahinter: Steampunk

 

. . waaaaas ist das nun wieder?!

Wikipedia sagt: (…) „Dabei werden einerseits moderne und futuristische technische Funktionen mit Mitteln und Materialien des viktorianischen Zeitalters verknüpft, wodurch ein deutlicher Retro-Look der Technik entsteht. Andererseits wird das viktorianische Zeitalter bezüglich der Mode und Kultur idealisiert wiedergegeben. Steampunk fällt damit in den Bereich des sogenannten Retro-Futurismus, also einer Sicht auf die Zukunft, wie sie in früheren Zeiten entstanden sein könnte.

Wow, das ist gar nicht so einfach zu verstehen und mit meinem Hintergrund als Archäologin und Nebenfach Volkskunde bin ich zunächst verwirrt aufgrund dieser vielen gemixten Epochen und historischen Elemente. Alle Kostüme sind aufwändig, liebevoll und außerordentlich hergestellt, dass ich nur staunend da stehen kann. Viele Steampunker wirken so authentisch, als seien sie direkt aus der Zeitmaschine gestiegen. Die Leidenschaft und Hingabe an diese Kunstform berührt mich sehr. 

Bei 26 Grad mit wenig Schatten, einer Überdosis verlockendem Zuckerwerk und dieser großen Auswahl an aufregenden Selbst-Konzept-Interview-Partnern fällt es selbst mir als Kommunikations-Kanone heute schwer, jemanden anzusprechen. Es liegt Eitelkeit und Unnahbarkeit in der Luft. Oder ist das meine eigene gefühlte Distanz, weil ich nicht dazu gehöre?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Glück entdecke ich in der Person von Kathrin, die so natürlich, entspannt und mit einer gewissen Selbstironie vor einer perfekten Kulisse steht, dass ich auf sie zugehen muss.  Wir sprechen über „Selbst-Konzept”.

Für sie bedeutet es, so sein zu können wie sie ist, ohne auf die Meinung anderer zu hören. Dies ist nicht nur ein schlauer Spruch, denn sie und ihr Mann sind in voller Gewandung immerhin 2 Stunden in öffentlichen Verkehrsmitteln angereist. Und dabei gab es wohl reichlich Sprüche zu hören. Es beeindruckt mich, wie selbstverständlich sie ihre Rolle aus einem Roman verkörpert. Sie schreibt mir dazu per Mail:

Steampunk bedeutet für mich Spielerei, Ausbruch aus dem Alltag und kreativ werden. Im Steampunk kann ich verschiedene Seiten von mir zeigen; mal süß und brav, mal wild und verrückt. Ich habe bisher drei verschiedene Outfits. Bei diesem Outfit habe ich den ersten Versuch gestartet eine Figur aus Büchern meines Lieblingsautors Terry Pratchett zum Leben zu erwecken. Ich habe eine Wächterin der Nachtwache Ankh Morporks dargestellt, wie sie zu einem offiziellen Empfang des Herrschers gehen würde. Dabei steht der Helm im Vordergrund, der mich als Wächterin identifiziert. Ihn habe ich mit einem Lederband und drei Glasflaschen geschmückt. Im übrigen bastelte mein Mann die Lederarbeiten, weil ich mit dem Material ungeschickt bin. In den Glasflaschen sind: weißes Schießpulver, Notfalltabletten in Form von Kügelchen und als Schmuck noch eine Mageritenblüte“.

Vielen Dank, liebe Kathrin, dass du mich in deine Welt hast blicken lassen und ich wünsche dir noch viel Inspiration, Leidenschaft und Kreativität!

Vielen Dank auch an den Street Sketcher Karsten Habicht für die schnellen Mini-Zeichnungen, die reale Szenen auf dem Festival zeigen.

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